CHINA | HONGKONG

Veröffentlicht am Veröffentlicht in Asien, Hongkong, Urban

Um 10:06 Ortszeit landeten wir, nach 14h Anreise mit Aufenthalt in Moskau, endlich in Hongkong. Es war soweit, unsere Reise hatte begonnen!

Da Hongkong wohl eine der bestorganisierten Städte der Welt ist, gestaltete sich der Weg vom Flughafen zum Hotel als problemlos. Gepäckband, Bus, Metro, ein kurzer Fußweg zum Hotel und zack checkten wir in der 110. Etage des Ritz-Carlton mit Blick auf den Victoria Harbor ein. Die Sponsoren möchten an dieser Stelle anonym bleiben, aber unser Dank sei ihnen gewiss.

 Zähneputzen with a view! 😉

Wir waren ziemlich übermüdet, denn nach unserem Bio-Rhythmus war es gerade 4:00 Uhr morgens. Wir spazierten trotzdem noch ein wenig umher, schließlich waren wir in Hongkong.

Sich zu orientieren fällt auf den ersten Kilometern nicht leicht. Neben vielen Baustellen gibt es auch die unangenehme Angewohnheit alles abzusperren und auch den Fußgängerverkehr wohl organisiert zu kontrollieren. Wir hatten dann aber schnell den Dreh raus und verschafften uns einen ersten Eindruck von der Stadt.  

Zurück im Hotel erkundeten wir noch den (laut Reiseführer) höchsten Indoor Pool der Welt und fielen nach einer Runde im Spa müde und zufrieden ins Bett.

Das war er, der erste Tag unserer Reise.

Buntes Treiben in Kowloon

Unseren ersten Tag in Fernost verbrachten wir in Kowloon. Kowloon ist eine Halbinsel nördlich von Hongkong Island und deren ehemalige Schwesternstadt. Inzwischen gehört Kowloon zur Metropolregion Hongkong. Während der Süden Kowloons am Hafen mit Hochhausbauten, Luxusboutiquen und schnellen Autos sehr modern und westlich erscheint, wirkt der Norden traditioneller. Hier finden sich die Märkte für frischen Fisch, Fleisch und Gemüse, wo man fast ausschließlich einheimische beim Wocheneinkauf antrifft.

Wir haben so ziemlich alles fotografisch festgehalten, weil einfach so ziemlich alles für uns Europäer ausgefallen, verrückt und besonders wirkt. Wir können jetzt auch sehr gut verstehen, warum asiatische Touristen in Europa einfach alles für uns völlig Normale fotografieren. Wir sind uns nun auch mehr als sicher, dass die Chinesen haargenau das gleiche Klischee von uns Deutschen im Kopf haben. 😉 Eine besondere Kuriosität auf dem Markt waren beispielweise die lebenden Kröten. Eine nette Frau sah unser Erstaunen und zeigt uns dann stolz den Inhalt ihres Einkaufsbeutels. Sie hat sich fürs Abendessen drei Kröten schlachten lassen und versicherte uns „Very good!“. Wir glaubten ihr und entschieden uns trotz Experimentierfreude gegen die kulinarische Krötenerfahrung.

Zwischen dem Gewusel auf den Märkten bieten die chinesischen Tempel einen Ort der Zuflucht und Ruhe. Für unser europäisches Ästhetikverständnis kamen die Tempel zwar teilweise etwas kitschig daher, nichtsdestotrotz schaffen die Weihrauchschwaden von hunderten Räucherstäbchen sowie die Gläubigen, die ihrem religiösen Zeremoniell nachgehen, eine besondere Stimmung. Von allen Tempeln, die wir während unseres Aufenthalts in Hongkong besuchten, gefiel uns der Tin Hau Tempel in Kowloon am besten. Das Sonnenlicht, welches sich durch das offene Dach und durch den Qualm dutzender Räucherspulen bahnbrach, hatte fast schon eine hypnotische Wirkung.

Im Stadtpark von Kowloon steht Sport auf dem Programm - sowohl für uns als auch für die Einheimischen. Was für Hongkonger genau der Vorteil am Rückwärts walken, Power-Dehnen und allein Frisbee spielen ist, erschloss sich uns nicht, aber es war sehr lustig anzuschauen. Ähnlich lustig war es bei unseren Aktivitäten.

Nach dem Sport, aber auch zu jeder anderen sich bietenden Gelegenheit, wird ein Nickerchen gemacht. Ob im Restaurant, der Bahn, auf einer Parkbank oder in der Hotellobby. Von dieser Angewohnheit hätten wir uns gern noch mehr abgeschaut.

 

In den Straßenschluchten von Hongkong

Am nächsten Tag setzten wir mit Fähre über nach Hongkong Island. Hier erwartete uns ein noch bunterer Mix der Kontraste. Hongkong Island gilt als das moderne Hongkong. Bankenviertel mit riesigen Wolkenkratzern, Doppelstock-Straßenbahnen, Menschen in schicken Anzügen... man fühlte sich fast wie in New York. Sobald man jedoch eine der kleinen Nebenstraßen nutzt, finden sich überall Garküchen und traditionelle Medizinläden. Hier war Tradition und Moderne zum Teil nur wenige Meter voneinander entfernt.

In den Medizinläden gab es Hirschgeweihe, Fischblasen, getrocknete Seepferdchen, alles was die traditionelle chinesische Medizin vorhält. Gern hätten wir an dieser Stelle einen Local dabei gehabt, der uns erklärt, was alles in den Gläsern, Beuteln und kleinen Töpfen ist und wofür man es einsetzt. Ohne Guide hatte wir aber auch genug Spaß beim Rätseln und Munkeln was das wohl alles sein könnte.

Ein Ausflug aufs Land nach Lantau

Nachdem wir an den Vortagen Hongkong Downtown ausgiebig erkundet hatten, entschieden wir uns am letzten Tag einen Abstecher auf die benachbarte Insel Lantau zu unternehmen. Auf einem Berg in Nong Ping wurde die größte Buddah Bronzestatue der Welt errichtet, ein Pilgerort für Gläubige und Touristen. 280 Stufen und 20 Fotos später kamen wir am Peak des Berges und am Fuße der Statue an. Der Ausblick war wunderschön und so entdeckten wir auch den benachbarten Tempel, den wir anschließend besuchten.

 

 

Anschließend nahmen wir den Bus nach Tai O. Tai O ist die Hauptstadt von Lantau und ist eine der ursprünglichsten Siedlungen Hongkongs. Die Häuser des Dorfes sind auf Holzpfählen ins Wasser gebaut. Begründet ist dies aus einem kaiserlichen Dekret, welches den Einsiedlern bis 1729 untersagte das Land zu bebauen. Heute gibt es in der Siedlung neben den Stelzen-Häusern auch „moderne“ zweistöckige Blechhütten, bei denen pro Etage kaum mehr als 1,50m erreicht wird.

Lantau war eine tolle Erfahrung, die uns eine weitere Facette Hongkongs und deren Menschen und Lebensweisen offenbarte.

Unser Fazit

Hongkong ist eine faszinierende Stadt und auf jeden Fall eine Reise wert! 3-5 Tage sind eine gute Reisezeit, um die unterschiedlichen Stadtteile in Ruhe erkunden zu können. Die Menschen sind freundlich, hilfsbereit, wenn auch sehr zurückhaltend. Alles ist bis ins kleinste Detail durchdacht und organisiert. Es gibt Schilder und Weisungspersonal für alles was verboten, erlaubt und/oder erwünscht/unerwünscht ist. Das Ein-/Aussteigen an Bussen und Zügen wird durch Pfeile gekennzeichnet und wirklich jeder hält sich strickt daran. Ebenso beim Anstehen, was die Chinesen immer und überall tun. Selbst am Bus wird sich in einer Reihe aufgestellt. Kein Gedränge, kein Geschubse, rücksichtsvoll in jeder Situation. Wie war das gleich nochmal in Berlin…? 😉

Hongkong macht Spaß, Hongkong ist spannende, Hongkong sollte man gesehen haben! 🙂

Liebe Grüße

Mandy und Ben 

Ein Gedanke zu „CHINA | HONGKONG

  1. Schicke Fotos! Ja… is schon ne tolle Stadt. Und der Tin Hau Tempel war auch mein Liebling – den Namen hatte ich zwar vergessen, aber die Fotos kamen mir seeehr bekannt vor 😃 Geniesst es! Was kommt als nächstes?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.