NSW | BLUE MOUNTAINS

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Wie schwer fiel es uns, von Sydney Abschied zu nehmen, aber ein paar Tage in der Natur würden uns nach dem Großstadtgewimmel ganz gut tun, so dachten wir. Wir hörten bereits einige sehr positive Resonanzen über den Blue Mountains National Park. Da nur 1,5 Stunden Fahrweg vom Stadtcenter entfernt, ist dieser eines der beliebtesten Ausflugsziele zum Wandern für die Sydneycider und so machten auch wir uns auf den Weg in die 1200m hohe Bergkette. 

Da wir den Blue Mountains im australischen Winter einen Besuch abstatteten, machte die Gebirgskette ihren Namen leider keine Ehre. Wer den Nationalpark allerdings im Sommer besucht, kann tatsächlich sein „blaues Wunder“ erleben. Die Gebirgswälder bestehen größtenteils aus riesigen Eukalyptusbäumen, welche an heißen Tagen Unmengen an ätherischen Ölen absondern. Daraus bildet sich ein blauer Dunstschleier der über den Bergwäldern hängt und der Region ihren Namen gab. 

Wir nahmen uns zwei Tage Zeit für den Park und stellten uns auf sonnige jedoch kühle Wanderbedingungen ein. Als erstes Ziel schauten wir uns die Wentworth Falls aus. Direkt am Parkplatz befand sich eine Aussichtsplattform, von der aus man sich einen ersten Eindruck über die Landschaft und die bevorstehende Wanderung verschaffen konnte. Wir zogen uns unsere farbenfrohen Wetterjacken an, nicht nur wegen den stürmischen 8 Grad Außentemperatur sondern auch, damit ihr uns auf den folgenden Fotos inmitten der ganzen Natur leichter entdecken könnt. 😉 

Wandertag! =D

Los ging es den ca. 4 km langen National Pass entlang. Der Weg verläuft durch farbenprächtige Sandsteinfelsen, vorbei an Wasserfällen, steilen Klippen und Felsvorsprüngen, immer mit Blick in das dicht bewaldete Jamison Valley.

An einer kleinen Abzweigung führten uns steile Metalltreppen an einen idyllischen natürlichen Pool am Fuße der Lower Wentworth Falls. Zum Baden war es leider viel zu kalt. Auch wenn wir die gesamten Metallleitern anschließend wieder hoch krackseln mussten, was trotz 8 Grad ein schweißtreibendes Unterfangen war. 

Die Blue Mountains
Wentworth Falls
So macht uns das Spaß!

Die Anstrengung war schnell vergessen, denn jetzt ging es mit immer spektakulärer werdendem Ausblicken über die in die Felswand eingeschlagenen Treppen Richtung Upper Cliff Walk, welcher uns auf den nochmal 4km langen Rückweg führte. Der Wentworth Fall zeigte sich hier noch einmal von einer außergewöhnlichen Seite. Ganz entgegen des natürlichen Verhaltens eines Wasserfalls wehte hier der Wind das Wasser nach oben. Der Wasser“fall“ war also eher ein Wasser“flug“. 

Märchenprinz 😉
Jack Wolfskin Werbefoto 😉
Durchatmen
Im Regen des Wasserfalls

Nach einer knapp fünfstündigen Wanderung waren wir erschöpft aber glücklich über diesen tollen Tag zurück am Auto. Nun wollten wir noch dem bekanntesten Fotomotiv des Parks einen Besuch abstatten, den Three Sisters. Die Three Sisters sind ein Felsentrio, welches einige hundert Meter aus dem Tal herausragt. Der Legende zufolge sind die Felsnadeln drei verzauberte Schwestern, welche zum Schutz vor aufdringlichen Freiern verwandeln wurden. Der Zauberer sei aber wohl gestorben, bevor er die Schwestern zurückverwandeln konnte. Ziemliches Pech für die drei Schwestern, aber großes Glück für die Scharen an Touristen, welche hier mit unzähligen Bussen angekarrt werden, um ihr Foto zu schießen und ohne ein einzige Wanderung schnell wieder das Weite zu suchen.  Wir schossen natürlich auch das obligatorische Foto, machten uns dann aber schnellstmöglich wieder vom Acker, um dem Touri-Treiben zu entgehen.

The Three Sisters

Wir hatten noch einige Kilometer zu fahren, denn das Ziel des nächsten Tages, der Grand Canyon, befand sich im nordwestlichen Teil des Parks. Während der Fahrt wurde es so langsam dunkel und somit auch immer kälter. Der starke Wind hatte noch nicht nachgelassen und so entschlossen wir uns kurzerhand gegen unser übliches Gaskocher-Dosen-Abendessen und machten Halt im kleinen Städtchen Katoomba. Hier orderten wir 3 Pizzen bei Dominos (falls ihr das nicht kennt, hier gibt es Pizzen für unschlagbare 4€) und futterten all die abgelaufenen Kalorien wieder drauf. Wir lieben gute Gründe für Fastfood! 😉 

Gut gestärkt überstanden wir dann auch die Nacht im Auto bei lauen 4 Grad problemlos. Das Zähneputzen am nächsten Morgen mit dicken Handschuhen war dann auch nach bereits 5 Monaten auf Reisen eine kleine Premiere. 

Wieder mal dick eingepackt in unseren farbenfrohen Wetterjacken ging es nun steil bergab in den Canyon. Uns erwartete eine knapp 8km lange, abwechslungsreiche Wanderung. Alles begann mit einem gefühlt unendlichen Abstieg an den Grund des Canyons. Jede Stufe stiegen wir mit dem Gedanken herab, dass wir am Ende genauso viele Höhenmeter wieder hoch müssen. Aber als Naturbursche wird man in den meisten Fällen für seine Mühe belohnt und so war es auch diesmal. Begrüßt wurden wir von urzeitlichen Farnen, kleinen Wasserfällen und einer unglaublich klaren Luft inmitten des Waldes. Hinter jeder Biegung wartete ein neues „Wow“ auf uns Wanderer. Aber Regenwald, Wasserfälle und Ausblicke zu beschreiben, ohne dabei jedes Mal die gleichen Worte wie atemberaubend, wunderschön, spektakulär etc. zu verwenden ist nicht gerade einfach, aber eben doch jedes Mal so treffend… Um dieses Mal das Phrasenschwein nicht zu sehr zu strapazieren, lassen wir hier einfach mal Bilder sprechen. 😉 

Wahnsinnig schön hier.

Ein richtiger Dinosaurier Wald

Wieder oberhalb des Canyons angekommen hatten wir noch das große Glück einen Lyre Bird zu sehen. Der Lyre Bird ist das Wappentier der Nationalparks in New South Wales und somit wurden wir nach zwei sehr aktiven und wunderschönen Tagen von eine kleinen Berühmtheit verabschiedet. 🙂 

Hier geht’s zur vollständigen Fotogalerie. 

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