NT | MACDONNELL RANGE & KINGS CANYON

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Wir hatten in den vergangenen drei Tagen mehr als 1.000 Kilometer auf dem Highway ins Landesinnere bis nach Alice Springs hinter uns gebracht. Bis zum Ayers Rock lagen noch 500 Kilometer vor uns. Wir brachen am späten Nachmittag in Alice auf und kehrten der Stadt westwärts den Rücken gen MacDonnell Ranges. Genauer gesagt Richtung West MacDonnell National Park. Der National Park beginnt kurz hinter der Stadtgrenze und nach einer halben Stunde legten wir unseren ersten Stopp bei Simpson’s Gap ein. In der Schlucht bleibt vom fast ganzjährig ausgetrockneten Roe Creek meist nur ein kleiner Tümpel zurück, der den dort lebenden Fels-Wallabies als Tränke dient. Besonders aktiv sind die hüpfenden Anwohner in den Abendstunden und da es bereits dämmerte, hockten wir uns still auf einen Stein und warteten. Es dauerte auch nicht lange und drei der Kameraden hüpften uns vor die Linse.

Tränke im Simpson’s Gap
Black-Footed Rock Wallaby

Unser andächtiges Wallaby Watching wurde jäh unterbrochen, als eine vierköpfige Reisegruppe lauthals grölend in der Schlucht Einzug hielt, so dass die Tiere die Flucht ergriffen. Mandy ließ sich nicht lange bitten und faltete die Störenfriede zusammen, die daraufhin kleinlaut weiterzogen. Es kehrte wieder Ruhe ein und die pelzigen Hüpfer wagten sich nach kurzer Pause wieder aus ihrem Versteck. Inzwischen war es gänzlich dunkel und so verabschiedeten wir uns von den Wallabies und schlugen unser Nachtlager ein Stück weiter die Straße runter in einem ausgetrockneten Flussbett auf.

Schlafplatz im ausgetrockneten Flussbett

Am Folgetag stießen wir immer weiter in den westlichen Teil der MacDonnell Ranges vor. Auf dem Weg zum Ellery Creek Big Hole freuten wir uns auf ein Bad im Wasserloch, da unsere letzte Dusche bereits einige Tage zurücklag. Die Idylle des kleinen zwischen karminroten Felswänden eingebetteten Sees hätte auch eigentlich zum Schwimmen eingeladen, wären da nicht diverse Fischkadaver gewesen, die überall am Ufer verstreut lagen. Nicht grad ein Indiz für astreine Wasserqualität. Die Erfrischung ließ also weiterhin auf sich warten. Später an diesem Tag erfuhren wir, dass das Fischsterben in dieser Region zum natürlichen Kreislauf gehört und ein wiederkehrendes Phänomen der Trockenzeit darstellt. Ein Bad wäre also ohne Konsequenzen für unsere Gesundheit gewesen. Sei es drum. Wir zogen weiter.

Idylle am Ellery Creek Big Hole… ohne Schwimmen

Am Serpentine Gorge erklommen wir die 60 Meter hohe Klippen und oben angekommen bot sich ein fabelhafter Blick über die West MacDonnell Range. Einen Eindruck davon, wie Aborigines farbige Erden zur zeremoniellen Bemalung von Körper und Felswänden abbauen, erhielten wir an den Ochre Pits. Zu guter Letzt kamen wir dann auch endlich zu unserem wohlverdienten Bad. Der Finke River gilt mit 350 Mio. Jahren als ältester Fluss der Welt und ist fast immer ausgetrocknet. Im Glen Helen Gorge verbreitert sich sein Flussbett allerdings zu einem See, in dem ganzjährig Wasser zurückbleibt. Im eiskalten Felssee gingen wir der viel zu lange aufgeschobenen Körperpflege nach.

Serpentine Gorge
Blick über die MacDonnell Ranges
Ochre Pits
Glen Helen Gorge

Frisch gewaschen und deodoriert waren wir bereit für höhere Aufgaben und unser nächstes so royal anmutendes Ziel – den Kings Canyon. Dazu ging es über knapp 100 Kilometer ärgste Buckelpiste weiter südwestlich Richtung Watarrka National Park. Als wir einige Kilometer vor dem Park zu einem ausgeschilderten Aussichtspunkt abbogen, entpuppte sich dieser als Schlafplatz mit überragender Aussicht und Blick auf den National Park. Wir beschlossen, es dem halben Dutzend Wohnwagenbesitzern um uns herum gleich zu tun, und schlugen unser Camp für die Nacht an diesem herrlichen Ort auf.

Camping mit Ausblick

Begleitet von Dingos, die ganz gemächlich neben uns am Straßenrand spazierten, ging es am nächsten Morgen zum Kings Canyon. Hier fallen bis zu 200 Meter hohe Sandsteinwände in eine Schlucht ab. Im Schatten der mächtigen Felsen hat sich eine grüne Oase inmitten der sonst so kargen Region gebildet. Wir beschlossen, diese aus der Vogelperspektive zu erkunden. Auf dem sieben Kilometer langen Rim Walk umrundeten wir, immer die Felskante entlang, den Canyon. Immer wieder boten sich spektakuläre Ausblicke in die grüne Schlucht, das Hinterland und die in den verschiedensten Farben leuchtenden Felswände. Auf halber Strecke stiegen wir in den so genannten Garden of Eden herab – ein Nebenarm des Kings Canyon und ein kleines Paradies mit üppiger Vegetation.

Kings Canyon
Immer an der Felskante entlang
Garden of Eden

Seit Beginn unserer Reise war uns der Kings Canyon immer wieder von allen Seiten als Must See auf dem Weg zum Ayers Rock ans Herz gelegt worden. Nach fünf Stunden Wandern, Staunen und Fotografieren konnten auch wir uns dem Fanclub anschließen. Der Canyon ist wirklich ein Garten Eden in dieser sonst so unwirtlichen Landschaft. Ein echtes Highlight also, bevor wir uns zum ultimativen Ziel unseres 1.500-Kilometer-Roadtrips aufmachten. Nach vier Tagen Autofahrt ließ sich die Frage „Sind wir bald da?“ endlich mit einem „JA“ beantworten. Also sattelt die Pferde. Nächster Halt: Ayers Rock.

Hier geht’s zur vollständigen Fotogalerie.

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