NZ | NORTHLAND

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Ebenso wie auf der Südinsel war auch auf der Nordinsel der Nordwesten die letzte Station unseres Roadtrips. Das so genannte Northland ist nur über eine schmale Landzunge, auf der sich Auckland befindet, mit der Nordinsel verbunden. Neuseeländer sehen im Profil der Halbinsel eine Faust mit einem nach Westen, zum Nachbarn und großen Rivalen Australien, gezeigten Mittelfinger. An der Stinkefingerspitze liegt das Cape Reinga, das Nordkap des neuseeländischen Festlandes. Da wir uns im Endspurt unserer fünfwöchigen Neuseelandtour befanden, mussten wir mangels Zeit auf die recht weite Fahrt hoch an den Nordzipfel verzichteten und den 100 Kilometer langen Mittelfinger links liegen lassen. Ferner galt es für uns als frisch gebackene Australienfans natürlich auch, ein Zeichen zu setzen und die üble Attacke auf dieses wunderschöne Land mit einem Boykott zu sanktionieren. ;-P

Durch Auckland hindurch, von Süden kommend, ging es zunächst die Westküste des Northlands hinauf, die so genannte Kauri Coast. Bis zu zweitausend Jahre alte Baumgiganten in den Wäldern von Waipoua geben diesem Küstenabschnitt seinen Namen. Als die ersten Europäer vor etwa 200 Jahren im Northland siedelten, waren noch weite Teile des Northlands von dichtem Kauri-Wald überzogen. Keine hundert Jahre später hatten die Neuankömmlinge einen Großteil des über Jahrtausende gewachsenen Baumbestandes gerodet. Noch bis 1970 wurden Kauri-Bäume kommerziell gefällt. Die meisten und imposantesten Überlebenden stehen heute im Waipoua Kauri Forest und unter Naturschutz. Trotzdem ist der Bestand nach wie vor gefährdet. Ein pilzähnlicher Erreger befällt die Bäume und lässt sie sterben. Vor betreten des Waldes, ist das Schuhwerk eines jeden Besuchers deshalb einem entsprechenden Desinfektionsprozedere zu unterziehen. 

In wichtiger Mission

Die größten Exemplare der Baumriesen haben einen Stammumfang von etwa 15 Metern und sind über 50 Meter hoch. Den dicksten nennen die Maori „Te Matua Nghahere“, den „Vater der Wälder“. Dieser hat einen Stammumfang von 16,5 Metern und soll schon gekeimt haben als Gottes Sohn Jesus auf Erden wandelte. Der 1.200 Jahre alte „Gott der Wälder“, „Tane Mahatu“ wiederum ist mit 52 Metern bei einem Stammumfang von knapp 14 Metern der höchste Kauri-Baum im Lande. Zwar hatten wir in den australischen Kari-Wäldern schon deutlich höhere Baumexemplare gesehen und diese ja sogar erklommen, diese waren aber bei weitem nicht so dick wie ihre neuseeländischen Kollegen. Diese übergewichtigen Waldbewohner waren nochmal eine ganz andere Nummer. Absolut beeindruckend. 

Der Vater der Wälder
Mandy vor Yankas

Nachdem wir die Kauri Coast hinter uns und das Cape Reinga im Norden wie erwähnt links liegen gelassen hatten, ging es rüber an die Ostküste. Auf unserer Fahrt dorthin passierten wir noch einige kleine Küstenorte. Einer dieser Orte erlangte Mitte der 50er-Jahre in Neuseeland große Berühmtheit. Im Sommer von 1955/56 besuchte die Delphindame „Opo“ fast täglich den Strand von Opononi, wo sie mit den Badenden, vor allem Kindern, spielte und sich von dieses streicheln ließ. Die Geschichte von dem zahmen Delphin inspirierte ein paar Jahre später die Filmemacher von „Flipper“ zu ihrem Welterfolg. 

Denkmal für Opo

Unser nächstes Ziel war hier die Bay of Islands. Der Name ist Programm. In der weitläufigen und zerklüfteten Bucht am Pazifik ragen überall kleine Inselchen aus dem Meer. Die Bay mit dem türkis-blauen Wasser wird auch als Karibik Neuseelands bezeichnet. Eine Bootstour durch die Inselwelt gehört quasi zum Pflichtprogramm. Für unseren letzten vollständigen Tag in Neuseeland entschieden wir uns allerdings gegen den Touristenkutter und für ein individuelles Kontrastprogramm. 

Bay of Islands
Kontrastprogramm

Nachdem wir Russel, Anfang des 19. Jahrhunderts die erste „weißen“ Stadt Neuseelands, einen kurzen Besuch abgestattet hatten, kurvten wir die Küstenstraße südlich der Bay of Islands entlang, vorbei an Buchten, in denen sich immer wieder kleine abgelegene Siedlungen fanden. Am Strand einer solchen ließen wir uns für den Nachmittag bei strahlendem Sonnenschein nieder. Ein solch prächtiges Wetter war uns während unserer Zeit in Neuseeland leider nicht all zu oft vergönnt. Strandwetter hatten wir in den vergangenen Wochen wahrlich nicht erlebt. Also nutze Ben die günstige Gelegenheit, um die neuseeländische Badestatistik wenigstens etwas aufzupolieren. 

Die Badestatistik aufpolieren

So ging unser letzter voller Tag Neuseeland überaus entspannt über die Bühne. Auf dem Weg zurück nach Auckland, wo wir Gyronimo wieder an seine eigentlichen Besitzer zurückgeben mussten, legten wir noch einen kurzen Stopp in Devonport ein. Vis-a-vis zu Auckland gelegen und nur durch den Waitemata Harbour von der Metropole getrennt, bot sich uns von hier aus noch einmal ein toller Blick auf die Skyline der Stadt, in der wir vor genau fünf Wochen unsere Neuseelandreise begonnen hatten und in der diese am nächsten Tag ihr Ende finden sollte. 

Ein letzter Blick auf Auckland vom Mount Victoria in Devonport

Hier geht’s zur vollständigen Fotogalerie. 

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