QLD | FRASER ISLAND

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Die größte Sandinsel der Welt, ein Geländewagen, jede Menge wilde Dingos und zwei Traveler auf der Suche nach dem nächsten Abenteuer. Drei Tage auf dem wohl größten Abenteuerspielplatz in purer australischer Natur warteten auf uns. Auf ging es nach Fraser Island! 

Zuerst mussten wir jedoch einigen, ganz Australien-untypischen, Bürokratiekram erledigen. Wir benötigten eine Anmeldung und Genehmigung für unser Auto, eine Campingerlaubnis und mussten uns bereits im Vorfeld für bestimmte Dünenabschnitte entscheiden, in welchen wir campen wollten. Dieses für uns so ganz untypische Planen im Vorfeld führte im Späteren auch noch zu einigen Schwierigkeiten aber dazu unten mehr.

Es war die Woche vor den Winterferien in Queensland und somit erwischten wir gerade noch eine der letzten „Schnäppchen-Fähren“, bevor diese das doppelte gekostete hätte und die Insel von Touristen belagert gewesen wäre. Da waren wir also gerade noch rechtzeitig. Denn wir mussten auf unserer bisherigen Reise leider schon zu oft mit ansehen, wie die wunderschönsten Naturerlebnisse durch Reisegruppen mit farbenfrohen Poolnudeln zerstört wurden. 😛 Für schlappe 175$ strandeten wir nach nur 40 Minuten Überfahrt auf Fraser Island. Zu unserer Überraschung erwartete uns hier direkt eine geteerte Straße. Wir dachten, die ganze Insel besteht nur aus Sand…?! Nach nicht mal 2 Minuten Fahrt war dann aber alles wie es sein sollte und das Abenteuer über sandige Buckelpisten konnte beginnen.

Los geht der Spaß

Wir tuckerten mit 30km/h die Zufahrtsstraße entlang (die Höchstgeschwindigkeit und schneller ging es auch wirklich nicht). Ein uns verfolgender Tourbus drängte uns mit Lichthupe zwischendurch kurz von der Straße, aber nichts konnte uns aufhalten auf dem Weg zum ersten Ziel, dem Lake McKenzie, einem kristallklaren See mit puderweißem Sand. Dort angekommen, erwarteten uns unzählige Dingo-Warnschilder. Keinerlei Essen, nicht mal Getränke, abgesehen von Wasser, waren außerhalb der Autos oder der eingezäunten Picknickareale erlaubt. Wandern sollte man nur in Gruppen und bestenfalls immer einen großen Stock zur Abwehr bei sich tragen. Da wir noch nicht wussten, wie viel Ernst und wie viel Panikmache in diesen Hinweisen steckt, hielten wir uns vorerst an die Anweisungen und hielten stets Ausschau nach den Wildhunden. An der Stelle können wir bereits vorwegnehemen, dass wir bis auf ein paar Fußspur in den ganzen drei Tagen nicht einen einzigen Dingo sahen und wir uns die Kekse am Strand somit gar nicht unbedingt hätten verkneifen müssen. Mist! 😉

Dingospur

Aber zurück zum Thema, dem Lake McKenzie. Streng genommen ist der See nichts weiter als eine riesige Pfütze entstanden aus Grund- und Regenwasser. Für die Aborigines galt dieser Platz als „Wasser der Weisheit“, denn hier trafen sich die Stammesältesten bereits vor tausenden Jahren, um wichtige Entscheidungen zu fällen. Für uns war es einfach nur ein unglaublich schöner Platz auf Erden. Azur blaues Wasser, strahlend weißer Sand und kein Wölkchen am Himmel. Es war ein traumhafter Auftakt unseres Abenteuerausflugs auf Fraser Island. Anschließenden machten wir uns auf der Sandpiste entlang weiter auf den Weg in Richtung Süden der Insel, vorbei an weiteren traumhafte Seen und Sandbuchten.

Lake McKenzie
Lake Birrabeen
Lake Boomanjin

Am frühen Abend erreichten wir das Dilli Village, welches einen Straßenzugang zum Strand hatten, von welchem aus wir uns auf den Weg zu unserem Camp machen wollten. Wir freuten uns riesig darauf, zum ersten Mal so richtig am Strand entlang zu düsen. Mit 80 km/h darf man hier direkt am Meer fahren, aber bevor es soweit war, mussten wir uns erst noch ein wenig gedulden. Wir wussten nämlich vorher leider nichts über die enormen Ausmaße der Gezeiten auf der Insel und somit mussten wir, am Strand angekommen, feststellen, dass es hier gar keinen Strand mehr gab… Mhh und nun? Bis zum Ausweichcamp waren es 40km (also fast 1,5h Fahrt in die entgegengesetzte Richtung), aber wann wird die Flut zurückgehen und schaffen wir es heute Nacht überhaupt noch bis zu unserem Camp? Internet-Empfang gab es keinen und somit konnte Google an der Stelle nicht helfen, aber ein kleines Hotel hatte zum Glück geöffnete und überreichte uns einen Gezeitenplan. (Hätte man uns ja auch schon mal in der Touri Info geben können!) Nach einem kurzen Blick auf dem Plan wussten wir, dass wir noch etwa drei Stunden hier feststecken würden. Also alles halb so wild. Wir kochten uns Abendessen und warteten dann ganz Dingo-sicher im Auto, bis es endlich weiter gehen konnte. Gegen 22 Uhr erreichten wir dann im Stockdunklen unser Camp. Wir fanden keine Einfahrt hinter die windgeschützte Düne und parkten unser Auto deswegen direkt auf der Sanddüne. Zum Glück, wie wir am nächsten Morgen feststellten, denn wir wachten mit diesem Blick auf.

Aufwachen in den Dünen…
… direkt am Strand

Im Hellen und bei Ebbe ging es nun in Windeseile den Strand entlang. Dit war ein Heidenspaß! 😀 Zum Munterwerden machten wir Halt an den Champagne Pools. Den feucht-fröhlichen Namen erhielten die natürlichen Steinpools, aufgrund der Wellen, welche stetig in die Pools schwappen und deren weißer Schaum mit etwas Fantasie so aussieht, wie perlender Champagner. 🙂

Heizen am Strand
Champagne Pools
Im Champagnerglas

Auf der Insel findet man neben Steinpools und glasklaren Seen auch hundert Meter hohe Klippen von denen aus man, nach kurzer Kletterei, kilometerweit über die Insel und auf das offene Meer schauen kann. Hier erspähten wir auch zum ersten Mal einige Buckelwale, welche auf ihrem Weg in die warmen Gewässer Richtung Asien an der Ostküste Australiens entlangziehen.

Whale Watching
Buckelwal
Angler

Anschließend steuerten wir das Highlight für alle Foto-Enthusiasten an: das Wrack der SS Maheno. Ein Neuseeländisches Flottenschiff, welches hier 1935 auf Grund lief und bis heute erhalten ist.

Schiffswrack SS Maheno

Das Camp für die kommende Nacht befand sich nur unweit des Wracks und so steuerten wir vor Einbruch der Dunkelheit unser Nachtlager an. Im Hellen fanden wir ohne Probleme die Zufahrt hinter die relativ windgeschützte Düne, und da wir die einzigen Camper weit und breit waren, hatten wir freie Auswahl auf die besten Plätze. Wir nutzten die letzte Stunde Tageslicht, um noch ein wenig Whale Watching zu betreiben. Mit Klappstuhl und Ginger Beer krackselten wir den Hügel hinauf und schauten den riesigen Meeressäugern beim Springen zu. Bei der Zubereitung des Abendessen mussten wir dann noch etwas Kreativität in Sachen Windschutz walten lassen, aber für ein leckeres Dinner in so einer Kulisse, war uns keine Mühe zu groß. 🙂

Nachtlager Nr. 2
Feierabendbier
Windsicher

Vom Sonnenaufgang und dem Rauschen der Wellen freundlich geweckt, starteten wir bei strahlendem Sonnenschein in unseren letzten Tag auf Fraser Island. Unsere Fähre legte erst am später Nachmittag ab, somit hatten wir viel Zeit, um einfach mal den Moment zu genießen. Nach einem ganz entspannten Frühstück fuhren wir zum nahe gelegene Ellie Creek. Ein Süßwasserzufluss zum Meer, welcher durch seine starke Strömung gern zum „Tubing“ (sich auf einem Schwimmring durch den Fluss treiben lassen) genutzt wird. Da wir nicht zu einer organisierten Touri-Truppe gehörten und somit keinen Schwimmring hatten, nutzen wir den glasklaren Fluss nur für ein kurzes Bad und ein wenig Kletterspaß. 😉

Ellie Creek Kletterspaß

Nach einem kurzen Abstecher zum Lake Wabby, an dem eine riesige Sanddüne direkt in den See abfällt, statteten wir zum krönenden Abschluss dem Lake McKenzie nochmal einen Besuch ab und genossen die letzten Stunden dieser drei unvergesslichen Tage.

 
Lake Wabby
Zurück am Lake McKenzie
 
Pünktlich zum Sonnenuntergang legte dann unsere Fähre ab und es hieß bye bye Fraser Island – wir werden dich so schnell nicht vergessen!
Und wieder ab auf die Fähre – bye bye Fraser

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