SA | ADELAIDE

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Adelaide war die letzte der Big Five. Hinter Sydney, Melbourne, Brisbane und Perth ist die Hauptstadt des Bundesstaates South Australia (SA) mit knapp 1,5 Millionen Einwohnern die fünftgrößte Metropole des Kontinents. Wir hatten zu der am Torrens River liegenden Stadt verschiedene Meinungen gehört. Von „langweilig“ bis „super cool“ war da eigentlich alles dabei. Also nahmen wir uns zwei Tage, um zu schauen, an welchem Ende des Meinungsspektrums wir uns einordnen würden. Bevor es aber ins Herz von South Australia ging, stand noch ein Stopp in Hahndorf an. Klingt deutsch. Ist es auch. Hahndorf, 25 Kilometer vor Adelaide, ist ein Stück deutscher Auswanderergeschichte in Australien. 1839 von ostpreußischen Lutheranern gegründet, werden deutsche Traditionen auch heute noch gepflegt. Im Januar findet in Hahndorf das Schützenfest statt, das größte Bierfest „deutscher Art“ außerhalb der Bundesrepublik. Die Australier lieben es. Wir waren gespannt, was uns in der australisch-deutschen Enklave wohl erwarteten würde und sahen uns vor unserem inneren Auge schon über einen Marktplatz ähnlich dem Marienplatz in München wandeln. Ganz so urdeutsch präsentierte sich Hahndorf bei unserer Ankunft dann aber nicht. Zwar las man an der einen oder anderen Fassade ein paar deutsche Wortfetzen, sah hier und da mal das Schwarz-Rot-Gold und ein bayerisches Brauhaus gab es natürlich auch, ansonsten sah das Dorf auf den ersten Blick aber aus wie viele andere australische Dörfer, die wir zuvor durchfahren hatten.

Willkommen in Hahndorf
Ab in den Schwarzwald
Pyramiden aus dem Erzgebirge

Bei einem Morgenspaziergang nahmen wir das Örtchen genauer unter die Lupe und dabei fanden wir sie doch, die kleinen deutschen Besonderheiten, die uns so an zu Hause erinnerten. Wir entdeckten Fachwerkhäuser, Bäckereien die Bretz’n und Apfelstrudel anboten, Läden mit Pomm-Bären, Chio-Chips und Melitta-Kaffee in der Auslage und Geschäfte, in denen bei deutscher Volksmusik handgefertigte Kuckucksuhren verkauft wurden. Vor allem bei Mandy kamen heimatliche Gefühle auf, als wir an einem Schaufenster mit erzgebirgischer Holzschnitzkunst vorbei schlenderten. Von Weihnachtspyramiden über Schwippbögen bis Räuchermännchen gab es dort alles, was im Dezember deutsche Haushalten schmückt. Nachdem wir unsere Runde gedreht hatten, kehrten wir schließlich ins „Kaffeehaus“ ein und hier war es dann wirklich wie in good old Germany. In der Auslage lockten Bienenstich und Apfelstreuselkuchen. Gekauft. „Dazu zwei Cappuccino, bitte.“ Und um unser verspätetes Frühstück noch abzurunden, gab es dazu noch den Leberkäse mit Spiegelei und Sauerkraut. Wir machten unserem Spitznamen als „German Krauts“ also alle Ehre. Es war himmlisch.

Leberkäse und Sauerkraut zum Frühstück
Bienenstich gab es als Nachtisch

Dann ging es wieder zurück in die australische Wirklichkeit. Ab nach Adelaide. Für uns eher untypisch machten wir zunächst eine kurze Stadtrundfahrt mit dem Auto. Der erste Eindruck passte und wir waren uns schnell sicher hier schöne zwei Tage verbringen zu können. Adelaide wirkte auf uns wie eine Großstadt, in der irgendwie etwas zu wenig Menschen unterwegs sind. An der Flaniermeile North Terrace reihen sich Prachtbauten wie die das Old Parliament House und die Universität sowie diverse Hochhäuser verschiedenster Architekturepochen aneinander. Zwischen all dem wirkt die Stadt aber sehr unaufgeregt und versprüht das Flair eines beschaulichen Ortes. Wir fanden es sehr angenehm und glichen uns bei unserem Adelaide-Besuch, ohne es zu merken, dem lässig-entspannten Rhythmus der Stadt an. Etwas mehr Trubel erlebten wir eigentlich nur auf dem Central Market, einer großen Markthalle in der Bäcker, Obst-, Fleisch-, Fisch und Feinkosthändler ihre Waren feilbieten. Zwischen all dem immer wieder hübsche kleine Cafés, Bistros und Street Food Stände. Es drehte sich also alles um die Gaumenfreude und das mundete uns natürlich. 🙂 Der Central Market in Adelaide war wohl der schönste Markt, den wir in Australien besuchten und unser Highlight in Adelaide.

Adelaide Arcade
Entlang des Torrens River
University of Adelaide
Central Market

Ebenfalls begeistert waren wir vom South Australian Museum, einem großartigen Natur- und völkerkundemuseum, zu dessen Exponaten unter anderem ein beeindruckendes 15 Meter langes Pottwalskelett zählt.

Anschließend machten wir noch einen Ausflug zum Port Adelaide, dem historischen Hafenbezirk, dreizig Minuten vom City Center entfernt. Es war zwar Samstagnachmittag, aber anscheinend hielten wir zwei es als einzige für eine gute Idee, sich das restaurierte Hafendistrikt anzuschauen. Kaum einer Menschenseele begegneten wir bei unserem Spaziergang entlang der Kaianlagen mit dem knallroten Leuchtturm. Um so besser, denn so hatten wir auch die Gelegenheit ganz für uns und in aller Ruhe die riesigen Wandbilder zu bestaunen, mit denen sich verschiedene Künstler an den Hauswänden der Hafencity verewigt haben.

Port Adelaide
Street Art in Port Adelaide
Street Art in Port Adelaide

Damit neigte sich unsere kurze aber gelungene Stippvisite in der cool-entspannten und keineswegs langweiligen Hauptstadt Südaustraliens auch schon dem Ende entgegen. Die nächsten Tage stand viel Zeit im Auto an. Adelaide war nämlich unsere letzte große Station bevor es nun wieder zurück nach Western Australia gehen sollte. Dort wo unsere Rundreise begonnen hatte. Zurück nach Hause sozusagen. Bevor wir uns allerdings auf den Highway Richtung WA begaben, machten wir noch einen kurzen Umweg durch das Barossa Valley, das berühmteste Weingebiet Australiens etwa 50 Kilometer nordöstlich von Adelaide.

Abstecher ins Barossa Valley

Dann ging es los. Tausende Kilometer lagen mal wieder vor uns. Also auf zur letzten großen Mammutfahrt in down under. „Gib Gas, Baby!“

Hier geht’s zur vollständigen Bildergalerie.

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