TRAVEL HOME

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Genau 100 Tage liegt unsere Heimkehr nach Berlin nun zurück. Inzwischen geht Mandy schon wieder fleißig arbeiten, Ben war mit seinem Kumpel Greg kurz nochmal in Äthiopien und wir beide haben uns wieder gut zu Hause eingelebt. Heute vor 101 Tagen befanden wir uns in einem merkwürdigen Schwebezustand. Unsere Reise war am Ende doch zu Hause waren wir noch nicht. 350 Tage des Reisens durch 13 Länder lagen hinter uns. Es war ein Jahr so gespickt mit Höhepunkten, dass es eigentlich für fünf reichen würde. Nach so langer Zeit, in der ein Highlight das nächste jagte, war die Festplatte einfach voll. Wir wussten es war Zeit, nach Hause zu fahren. Doch das war auch gleichbedeutend mit dem Ende des Jahres, in dem wir jeden Tag unseren Traum gelebt hatten. Es war das Ende eines unglaublich geilen Jahres, dass wir jeden Tag Seite an Seite gemeinsam genossen. Bei diesem Gedanken hatten wir beide einen Kloß im Hals. Gleichzeitig fragten wir uns, wie es wohl sein würde, nach Hause zu kommen, vom Sommer in den Winter, in die eigenen vier Wände, nachdem man ein Jahr lang in Hotelzimmern, Strandhütten, Zelten und Autos gewohnt hatte. Würde es uns gelingen, uns im Berliner Alltag wieder einzuleben? Nach so langer Abwesenheit fühlte sich der Flug zurück in die doch eigentlich vertraute Heimat an wie ein Reise ins Ungewisse. Aber natürlich war da auch jede Menge Vorfreude auf so vieles, was da zu Hause auf uns wartete. Allem voran freuten wir uns natürlich am meisten auf unsere Liebsten, auf Familie und Freunde, aber auch auf das eigene Bett oder die Couch, darauf mal wieder frische Klamotten aus unserem Kleiderschrank zu nehmen, auf den bevorstehenden Sommer in Berlin oder auch einfach auf einen Döner. Die Liste war auf jeden Fall lang und vielfältig. All diese Erinnerungen, Aussichten und Fragen waren die Zutaten, die einen Gefühlscocktail ergaben, dessen Geschmack irgendwo zwischen melancholischer Sentimentalität und freudiger Erwartung lag. Unsere Gefühlswelt eine Transitzone. Das passte, denn die nächsten knapp 24 Stunden verbrachten wir hauptsächlich auf Flughäfen und im internationalen Luftraum. Von Busuanga ging es über Manila und Istanbul zurück nach Berlin, wo wir am Vormittag des 4. Februar endlich wieder auf deutschem Boden standen. Die Liebsten ließen zu unserer großen Freude dann auch nicht lange auf sich warten und überraschten uns als Willkommenskomitee direkt am Flughafen. Vielen Dank nochmal für den herrlichen Empfang und das tolle „Welcome back“. Beim betreten der Wohnung fühlte es sich dann fast so an, als wäre man nur mal eben übers Wochenende weggefahren. So weit entfernt war vieles aus der Heimat auf der Reise – sowohl räumlich als auch mental. Und doch, zu Hause angekommen, war alles direkt wieder so vertraut. Einige vertraute Gesichter kamen dann sogar am selben Abend noch mit Spätibier und einem Präsentkorb unterm Arm auf ein kleines Stelldichein vorbei. Bei so einem großartigen Empfang hatte die fiese Heimkehrdepression nicht den Hauch einer Chance. Danke Leute. Berlin hatte uns wieder.

Es war ein außergewöhnliches Jahr, etwas ganz besonderes und für uns definitiv etwas, dass uns für immer begleiten wird. „Genießt es. Sowas macht man nur einmal im Leben.“ Diesen Satz hörten wir immer mal wieder im letzten Jahr. Wir haben es in vollen Zügen genossen und wir sind dankbar, dass wir die Möglichkeit hatten, so etwas unvergessliches zu erleben. Aber wer sagt eigentlich, dass man sowas nur einmal im Leben machen kann? In diesem Sinne: TRAVEL ON!

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