VIETNAM

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Anfang Dezember ging es nach Vietnam. Doch was so einfach klingt, verlangte uns zunächst einiges an Geduld ab. Die Nervenprobe begann schon, da hatten wir noch nicht einmal vietnamesischen Boden betreten. Im kambodschanischen Siem Reap wollte uns ein überambitionierter Mitarbeiter am Check-in-Schalter nicht in den Flieger lassen, da wir keinen Weiterflug von Vietnam vorweisen konnten. Die Diskussionsrunde war eröffnet und fünf Minuten vor Boarding standen wir mit unseren Rucksäcken immer noch am Schalter, als unsere Überredungskünste schließlich Wirkung zeigten. Widerwillig stellte uns der “Schalterbeamte” einen Wisch aus, auf dem wir per Unterschrift bestätigten, auf eigenes Risiko nach Ho-Chi-Minh-Stadt zu fliegen, auch auf die Gefahr hin wieder nach Kambodscha zurückgeschickt zu werden. Wir schmissen die Rucksäcke aufs Band und sprinteten zum Gate. Als wir schließlich im Flieger saßen, fiel uns ein ganzer Steinbruch vom Herzen. Es ging nach Ho-Chi-Minh-Stadt und dort warteten bereits zwei gute Gründe, sich gleich doppelt auf Vietnam zu freuen. Namentlich waren das Lynn und Magda, Freundinnen aus der Heimat und ebenfalls gerade auf Weltenbummelei. Nun sollten sich unsere Wege in Vietnam kreuzen.

Zunächst mussten wir aber noch am vietnamesischen Grenzbeamten vorbei. Als wir auf Nachfrage kein Ausflugticket vorweisen konnten, zeigte sich der Kollege ziemlich zerknirscht und das “offizielle Schreiben”, das wir vom Check-In in Siem Reap mitgebracht hatten, schien seine Laune auch nicht erheitern zu können. Das Ergebnis der sich anschließenden fünf minütigen Frage-und-Antwort-Runde war schließlich, dass wir zwar einreisen durften, das Land jedoch bereits nach zwei Wochen und nicht wie von uns geplant nach vier wieder verlassen sollten. Alles egal. Nach einer aufreibenden Anreise hatten wir den Stempel im Pass und waren drin. Die Verlängerung unseres Visums, die nach Aussage des Grenzbeamten unter keinen Umständen möglich wäre, sollte uns später noch beschäftigen. Nun freuten wir uns erstmal auf Lynn, Magda und ein Wiedersehensbier in unserem AirBnB-Apartment mit Blick über die Stadt.

Nächtliche Ankunft in Ho-Chi-Minh-City

Nach fast einem Jahr der Trennung gab es viel zu bereden und so blieb es nicht bei einem Bier. Nach einer kurzen Nacht hieß es nach wenigen Stunden dann zum ersten Mal: Gooooooood Morning, Vietnam. Ganz Vietnam-typisch gab es zum Frühstück erstmal eine Hühnersuppe. So gestärkt ging es in den Tag. Während Lynn und Magda sich auf die Suche nach einem fahrbaren Untersatz für ihre geplante Motorradtour machten, traten wir den Gang durch die Wirren der vietnamesischen Bürokratie an, um unser Visum um zwei Wochen zu verlängern. Details wollen wir euch an dieser Stelle ersparen. Sagen wir einfach, es braucht sehr viel Vertrauen in einen nicht gerade offiziell anmutenden Mitarbeiter irgendeiner anscheinend zuständigen Agentur, viel Geduld und 160 Dollar. Entgegen aller Befürchtungen, unsere Pässe, die wir drei Tagen zuvor einem völlig Fremden überlassen hatten, nie wieder zu sehen, hielten wir diese zu guter Letzt tatsächlich samt verlängertem Visum in den Händen. Die Wartezeit bis dahin nutzten wir gemeinsam mit Lynn und Magda zum Sightseeing und Ausgehen in Ho-Chi-Minh-City.

Zum ersten Frühstück die obligatorische Hühnersuppe
Straßenszene
Notre Dame
Parteyyy
Straßenimpression
🙂
Endlich das Visum in der Tasche

Mit dem richtigen Visum im Pass und vier Woche auf der Uhr konnte das Abenteuer Vietnam endlich starten. Das bedeutete zunächst auch, dass sich die Wege von den Biker-Mäusen Lynn und Magda und uns trennten. Während die beiden mit ihren neuen Motorrädern die Küstenroute abfahren wollten ging es für uns in die Hochebene nach Da Lat. Dort angekommen erlebten wir zunächst einen echten Temperaturschock. Waren in Ho-Chi-Minh-Stadt noch schwül-warme dreizig Grad angesagt, empfing uns Da Lat, eine Flugstunde von Ho-Chi-Minh entfernt, mit einstelligen Temperaturen. Schlagartig fühlte sich die ganze Weihnachtsdekoration gar nicht mehr so fehl am Platz an. Da Lat sollte die Ausgangsstation unserer Easy Rider-Motorradtour durch das vietnamesische Hinterland sein, die wir uns für die nächsten Tage vorgenommen hatten. Ganz beiläufig lernten wir während unserer Stadterkundung am ersten Tag Binh kennen. Binh sprach uns an und erzählte uns von den Touren, die er gemeinsam mit seinem Partner Hui anbot. Nachdem Binh uns sympathisch war und uns die Inhalte der Bikertour zusagten, entschieden wir uns am Fleck, fünf Tage mit Binh und Hui loszumachen.

Auf Entdeckungstour in Dalat
Auf dem Markt
Kunterbunt
Straßenhändler
Seilbahn zum Thien Vien Truc Lam Meditationszentrum
Im Thien Vien Truc Lam Meditationszentrum

Los ging es dann auch direkt am nächsten Tag. Wir klemmten uns hinter Binh und Hui auf den Bock und es ging durch kleine Dörfer, über Bergpässe und vorbei an Reisfeldern immer tiefer hinein ins Hinterland. Dort ist ein Tourist für die Einheimischen längst kein so vertrauter Anblick wie in den großen Städten. Immer wieder winkten uns Kinder feixend zu, Jugendliche machten Fotos von uns oder umarmten uns. An einem Wasserfall in einem National Park fanden wir sogar eine ganze Schar neuer Freunde, welche uns spontan zu Grillhähnchen und Bier einluden. Am zweiten Tag unserer Tour war Mandys Geburtstags und unsere Guides luden uns zum Abendessen ein. Auch sonst gab es immer traditionelle Küche und traditionelle Essgewohnheiten.

Unsere Easy Rider Binh und Hui
Acht Rinder und ein Bock
Binh und Mandy
Grillhähnchen und Bier mit neuen Freunden
Vietnamesischer Rasthof
Bikerbraut
Geringfügige Größenunterschiede
Ultimative Freiheit
Prost auf Mandys Geburtstag

Die Eindrücke in den fünf Tagen waren unglaublich vielfältig. Wir erhielten einen Einblick, wie die vietnamesische Landbevölkerung lebt und arbeitet. Immer wieder stoppten wir an kleinen Manufakturen, die manchmal nicht viel mehr waren als eine einfache Garage. Was darin, meist in Handarbeit, gefertigt wurde, brachte uns oft zum Staunen. Ob Tofu, Reisbandnudeln oder Räucherstäbchen… all das wird dort per Hand hergestellt. Absolut faszinierend und lehrreich.

Blick auf die Kaffeeplantage
Elefantenwasserfälle
Rice. Rice. Baby
Reisnudelnmanufaktur
In der Tofugarage
Holzschnitzkunst
Veteranentreffen
Wir durften mit anpacken
Viehhirte

Als wir am Nachmittag des fünften Tages Quy Nhon und damit unser finales Ziel erreichten, waren wir glücklich, wegen der vielen gesammelten Impressionen und darüber, endlich die müden Hintern von den Zweirädern hieven zu können. Nach fünf Tagen auf Tour wollten wir es am Strand in Quy Nhon etwas ruhiger angehen lassen. Dafür hatten wir uns in ein mini Fischerdorf zehn Kilometer außerhalb der Stadt in einen Bungalow am Berghang und mit Meerblick eingemietet. Die Aussicht vom Bett war atemberaubend. Allerdings sorgten schlechtes Wetter und hohe Wellen dafür, dass wir in diesem deutlich mehr Zeit verbrachten als am Strand. Aber egal. Entspannt war es trotzdem. Und naja… was soll man sagen? Geht schlechter. Guckt euch diesen Ausblick an. 🙂

Was für eine Aussicht
Endlich wieder am Meer
Schlechte (Wetter-)Aussicht

Mit dem Zug ging es weiter nach Hoi An. Der an einem Seitenarm des Thu-Bon-Fluss gelegene historische Stadtkern von Hoi An zählt zum wohl schönsten, was Vietnam zu bieten hat. Vor allem wenn die Sonne untergeht und es dunkelt wird, strömen busseweise Schaulustige in die Stadt, deren Straßen und Gassen dann von zigtausend bunten Lampions erhellt werden. Vom Gedränge mal abgesehen, ein wunderschönes Erlebnis, dass noch um so schöner war, da wir Lynn und Magda in Hoi An wieder trafen. Unsere Reisegruppe war nun also wieder zu viert und das war sehr passend, denn es stand schon wieder der nächste Geburtstag ins Haus. Diesmal war Benji an der Reihe. Rein gefeiert wurde griechisch-irisch. Nach einer Gyros-Tzatziki-Fressorgie gab es noch Live-Musik im Irish Pub.

Willkommen in Hoi An
Lampions überall
Cheeeeeese
Malerischer Hinterhof
Quan-Cong-Tempel
Gondoliere
Am Ufer des Thu-Bon-Flusses
Hoi An bei Nacht
Eine herrliche Kulisse

Von Hoi An ging es am nächsten Tag per Zug über den so genannten Wolkenpass knapp 100 Kilometer nördlich nach Hue, in die letzte Königstadt des Landes. Die Fahrt über den Pass gilt als die landschaftlich reizvollste in Vietnam. Tatsächlich konnten wir gar nicht mehr aufhören, den Kopf aus dem Fenster in den Fahrtwind zu halten und die zum Meer grün abfallenden Hänge zu bewundern. Nachdem wir bei unserem eintägigen Gastspiel in Hue bei Dauerregen die Königstadt inklusive der darin gelegenen Purpurnen Verbotenen Stadt besichtigt hatten, ging es am nächsten Tag per Flieger ab in die vietnamesische Hauptstadt, ab nach Hanoi.

Mit dem Zug über den Wolkenpass
Das gehört in jeden Street Style Blog
Mittagstor – der Haupteingang zur Königsstadt
Power Rangers
Giebelverzierung
Purpurne Verbotene Stadt
Königsstadt

Mit mehr als 7,5 Millionen Einwohnern ist Hanoi hinter Ho-Chi-Minh-City Vietnams zweitgrößte Stadt. In Hanoi pulsiert das Leben. Was man New York nachsagt, ist auch hier Wirklichkeit. Die Stadt scheint nie zu schlafen. Ob in den Garküchen, vor denen sich die Einheimischen auf kleinen Plastikhockern niederlassen oder in der bei Touristen beliebten Beer Street. Tag und Nacht wuseln überall Menschen herum. Der unablässige Verkehr, der selbst noch die kleinsten Nebenstraßen verstopft, kommt auch in der Nacht kaum zum Erliegen. Im quirligen Old Town, dem historischen Herzen Hanois, findet dieses herrliche Chaos seinen Höhepunkt. Wir waren begeistert. Um welche Ecke man auch bog, es gab stets etwas zu entdecken. Vor allem die zahlreichen fliegenden Händler, die von Ananas über Staubwedel bis hin zu lebenden Goldfischen in Plastiktüten alles mögliche anboten, hatten es uns angetan. Wir ließen uns durch das Getümmel treiben und gewannen unglaublich viele Eindrücke. Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass sich das Leben in Vietnam auf der Straße abspielt. Für eine Gegend, in die wir bei unserer Stadterkundung gelangten, ist das nicht ganz zutreffend. Vielmehr spielt sich das Leben hier auf der Schiene ab. In einem Viertel mitten im Zentrum Hanois verlaufen Gleise durch eine Seitengasse, die gerade genug Platz für die mehrmals täglich hier durchfahrenden Züge bietet. An einigen Stellen liegt zwischen Schienentrasse und Haustür nur ein knapper Meter. Ist gerade kein Zug in Sicht gehen die Anwohner an und auf den Gleisen ihrem Tagewerk nach. Absolut verrückt, wie wir fanden, und da grad kein Zug in der Nähe war, hatten wir genügend Zeit für ein ausgiebiges Fotoshooting an diesem außergewöhnlichen Wohnort.

Die Band
Old Town
Obstladen in Old Town
Was ist das denn?
Kein Zug in Sicht
Leben entlang der Eisenbahn
Akrobatisch
Ho-Chi-Minh-Mausoleum

Hanoi gefiel uns von Anfang an sehr gut, aber für die Feiertage schwebte uns dann doch etwas ruhigeres vor. Nach drei Tagen wollten wir eine Hanoi-Pause einlegen und raus aus der Stadt. Für Lynn und Magda ging es für die Feiertage ohnehin zurück nach Ho-Chi-Minh-Stadt. Für uns stellte sich also die Frage, wo in Vietnam wir Weihnachten verbringen wollten. Schnell war klar, dass es ein Weihnachtsfest am Meer werden sollte. Unsere Wahl fiel schließlich auf Cat Ba, eine 150 Kilometer südöstlich von Hanoi gelegene Insel neben der berühmten Ha-Long-Bucht. Am 23. Dezember ging es mit Bus und Fähre vier Stunden nach Cat Ba. Dort angekommen, war sofort klar, wir hatten alles richtig gemacht. Allein unsere Unterkunft, in exponierter Lage auf einer Felszunge thronend und zu drei Seiten vom Wasser umgeben, war die Anreise wert. Ein wunderschöner Ort, an dem einem direkt ganz festlich ums Herz wurde.

Blick auf Cat Ba
Der Blick von unserer Terrasse

Beim Einchecken drückte man uns dann auch direkt einen Flyer für die große Weihnachtsgala in die Hand, die am nächsten Abend im Hotel stattfand. Neben einem Dinner versprach das Abendprogramm noch Finessen wie eine Feuershow und Bauchtanz. Typisch weihnachtlich eben. 😉 Bevor wir uns am Abend der Skurrilität einer vietnamesischen Weihnachtsfeier aussetzen sollten, beschenkten wir uns tagsüber zunächst selbst mit einer Schiffstour durch die Han-La- und die Ha-Long-Bucht. Mit von der Partie war Marcel aus Dresden, den wir Tags zuvor auf der Fähre kennengelernt hatten und der zufällig auch in unserem Hotel abgestiegen war. Gemeinsam mit unserem Captain schipperten wir drei einen ganzen Tag lang gemächlich durch die vom Meer überflutete Karstlandschaft, vorüber an schwimmenden Dörfern und ungewöhnlichen Felsformationen. Zwischendurch hatten wir auch die Gelegenheit, die Ha-Long-Bucht mit dem Kajak zu erkunden. Während wir durch Felsbögen zu versteckten Lagunen paddelten, zauberte unser Captains nur mit einem Wok und einem Gasbrenner bewaffnet ein unglaubliches Mittagessen. Abermals waren wir beeindruckt, mit welch einfachen Mitteln die Menschen hier immer wieder ein Festmahl zaubern. Nachdem Mandy auf Monkey Island dann noch die Haarziehattacke eines nervösen Makakenäffchens überstanden hatte, das seine Cola-Dose sehr rabiat verteidigte, war es Zeit den Heimweg anzutreten. Schließlich wartete am Abend noch die große Weihnachtsgala auf uns.

Schwimmendes Dorf
Wachhund
In der Ha Long Bucht
Dann ging es ins Kajak
Ha Long Bucht
Blick auf Monkey Island

Kurz nach 18 Uhr wurden wir von schlecht abgestimmter, dafür aber um so lauter scheppernder Musik aus unserem Bungalow gelockt. Beim Blick von der Terrasse stellten wir fest, dass die Weihnachtsfete bereits in vollem Gange waren. Zwar war der offizielle Start für 19:30 angesetzt. Eine Gruppe ungeduldiger russischer Gäste hatte das Buffet jedoch vorzeitig gestürmt und die Feierlichkeiten damit eigenmächtig eröffnet. Es lebe die Anarchie. 😉 Also warfen auch wir uns in Schale und schlossen uns den Festivitäten an. Dass die Dinge in Vietnam etwas anders laufen, war inzwischen ja keine Neuigkeit mehr für uns. Gleiches galt auch für die Weihnachtsgala, der wir in den folgenden Stunden beiwohnten. Durch Programm führte ein gestriegelter Unterhaltungskünstler mit etwas zu kleinem Anzug – selbstverständlich auf vietnamesisch. Bei einem Großteil der Show konnten wir also lediglich erahnen, was da grade vor sich ging. Wieso sich der Kollege an einer Stelle seines Programms allerdings in einen viertelstündigen Sprechgesang vertiefte, bei dem er roboterartig immer wieder die gleichen Sätze aufsagte, wollte sich uns partout nicht erschließen. Nachvollziehbarer war da schon der Auftritt des vietnamesischen Popsternchen in spe, dessen Gesang sich durch unzureichende Tontechnik in teilweise unerträgliche Höhen aufschwang. Tja, wer hätte gedacht, dass die anfangs von uns so belächelte Feuer- und Bauchtanzshow zum kulturellen Highlight dieser Weihnachtsfeier werden würde. Aber hier wurde fürs Auge wirklich etwas geboten. Als das Buffet leer war und das Abendprogramm sein Ende fand, waren die überwiegend einheimischen Gäste so schnell weg, wie sie gekommen waren. Die übersteuerte, viel zu laute Musik, die den ganzen Abend aus den Lautsprechern geknarzt hatte, verstummte und es kehrte endlich etwas Ruhe ein. Wir ließen den Heiligabend mit einer Flasche Wein auf unserer Terrasse ausklingen und beeierten uns noch eine ganze Weile über die diversen Kuriositäten dieser schrägen Weihnachtsfeier, die, wenn auch maximal weit von festlich-besinnlich entfernt, in jedem Fall denkwürdig und etwas ganz besonderes war.

Es ist angerichtet. 
Bauchtanz als Weihnachtsprogramm

Am ersten Weihnachtsfeiertag erkundeten wir die Insel per Motorroller. Die wunderschöne Landschaft und die dazwischen liegenden Dörfer von Cat Ba zeigten sich uns noch sehr ursprünglich und erfreulich wenig touristisch erschlossen. Cat Ba kann man aktuell noch als Geheimtipp bezeichnen, was sich in den kommenden Jahren jedoch sicherlich ändern wird. Fernab von den Touristenscharen von Hoi An und dem urbanen Chaos von Hanoi fühlten wir uns unglaublich wohl und so fiel es uns schwer, am nächsten Tag den Rucksack zu packen und weiter zu ziehen.

Huuuiiiiiiii
Wunderschöne Landschaft
Auf der Küstenstraße
Traumhafte Aussichten
Merry Christmas from Vietnam
Eine Tasse Tee und beste Sicht am letzten Abend auf Cat Ba

Bevor es zurück nach Hanoi ging, machten wir noch einen eintägigen Abstecher in die 100 Kilometer südlich von Hanoi gelegene Ninh-Binh-Provinz. Genauer gesagt ging es nach Tam Coc. Die verträumte Landschaft von Tam Coc wird aufgrund der vielen, aus den Reisfeldern ragenden Karstkegel auch Trockene Ha-Long-Bucht gennant. Dabei sorgt der Ngo-Dong-Fluss ganzjährig dafür, dass die Landschaft hier nicht ganz so trocken wirkt wie der Name es zunächst suggeriert. Schließlich sorgt auch noch das Wetter dafür, dass der Name Trockene Ha-Long-Bucht in unserem Fall endgültig ad absurdum geführt wurde. Wir ließen uns von grauen Wolken und Regen jedoch nicht aufhalten und erkundeten Tam Coc zu Wasser und an Land.

Unterwegs auf dem Ngo-Dong-Fluss
Hier ist gute Beinarbeit gefragt
Die Trockene Ha-Long-Bucht
Der Eingang zur Bich-Dong-Pagode
Ausblick von Hang Mua auf Tam Coc
Ausblick von Hang Mua

Dann ging es zurück nach Hanoi. Es war der 27. Dezember und ebenso wie das Jahr neigte sich unsere Zeit in Vietnam allmählich dem Ende entgegen. Uns blieben noch drei Tage in unserer vietnamesischen Lieblingsstadt. Ohne die ganz großen Pläne zu machen, genossen wir noch einmal den chaotischen Charme von Old Town. Vom Balkon eines Kaffees beobachteten wir stundenlang das Treiben auf der Kreuzung unter uns, im Pho 10 aßen die beste Hühnersuppe der Stadt, wir nutzten die Gelegenheit, um uns auf den letzten Pfiff noch einige Maßanzüge schneidern zu lassen und wir kehrten noch mal zurück auf die Schienen.

Beim Schneider
Sitzt. Passt. Ich krieg keine Luft.
Rechts vor links
Händlerinnen
Exponierter Arbeitsplatz
Die beste Hühnersuppe der Stadt

Einmal dabei zu sein, wenn der Zug sich durch die engen Gassen schiebt, das wollten wir uns nicht entgehen lassen. Auf der Lehne einer neben den Gleisen aufgestellten Bank fanden wir eine Art Fahrplan und wir hatten Glück. Der nächste Zug sollte planmäßig in einer Viertelstunde fahren. Also suchten wir uns einen guten und vor allem sicheren Platz und warteten gespannt. Die Aufregung wuchs mit jeder Minute des Wartens. Nach gut zwanzig Minuten vernahmen wir das Signalhorn eines Zuges und dann kam das Ungetüm auch schon um die Kurve und auf uns zu. Wir machten uns dünn und die Wagons schossen mit lautem Getöse an uns vorbei. Nach etwa dreißig Sekunden sahen wir schon nur noch die Rücklichter des Zuges und der Spuk war vorbei. Wahnsinn.

Fahrplan
Warten auf den nächsten Zug
In Deckung
Da kommt was auf Sie zu
Das Ungetüm
Bauch einziehen

Das war bestes Entertainment. Wie unser Trip durch Vietnam überhaupt. Nach erheblichen Startschwierigkeiten brauchten wir zunächst etwas um mit dem Land und der Mentalität seiner Menschen warm zu werden. Als dies dann allerdings geschehen war, war es pure Freude sowie Lust am Entdecken und Staunen… wie schon so oft in den vergangenen Monaten dieses Jahres, dessen Ende nun unmittelbar bevorstand.

Wir hörten die Uhr allmählich immer lauter ticken. Lange war es nicht mehr bis zu unserer bevorstehenden Rückkehr nach Berlin. Und obwohl eine leichte Vorfreude auf zu Hause langsam spürbar wurde, wollten wir bis zu unserer Heimkehr natürlich noch eine maximal geile Zeit erleben. Also hieß es abermals: TRAVEL ON.

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