WA | PERTH

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Auf nach Down Under! Mit dem Nachtbus errichten wir um 4:00 Uhr den Flughafen in Kuala Lumpur. Unser Flug nach Perth sollte erst um 10:00 Uhr starten, sodass wir noch genügend Zeit für ein „gemütliches“ Nickerchen im Flughafenterminal hatten. Es ging pünktlich los und 5,5h später landeten wir in Perth im Bundesstaat Western Australia (WA). Wir waren endlich da, das Abenteuer Australien konnte beginnen!  Wir hatten bereits vorab über AirBnB eine Unterkunft im Stadtteile East Victoria Park gebucht. Die Beschreibung der Gastgeber war ein Mix aus Meditation, Magie und organischer Haushaltführung. Auch die ungewöhnlichen Namen Golddess und Wizard steigerten unsere Neugier auf unsere neuen Gastgeber. Das Haus war wunderschön und die beiden super lieb und hilfsbereit, wenn auch auf ihre eigene Art im positiven Sinne speziell.

Australisches Land in Sicht
Unsere Bleibe in East Victoria Park
Unsere lieben Gastgeber

Wir gönnten uns am ersten Abend, nach einem kleinen Orientierungsspaziergang, eine Pizza im besten Pizzaladen der Gegend und stießen auf den Beginn unserer Reise durch Australien an. (Bei Preisen um die 25$ pro Pizza genossen wir jeden Bissen und freuten uns schon auf die kommenden Monate mit Dosenspagetti und trockenem Reis auf dem Campingplatz. 😉 )

In Südostasien lange herbeigesehnt – eine vernünftige Pizza

Im Anschluss stand erst mal Recherche auf dem Programm, denn was wir jetzt brauchten, war ein Auto oder ein Bus. Wir meldeten uns in allen Facebook-Gruppen an, lasen viel über die aktuellen Angebote und die Vor- und Nachteile des ein oder anderen Models. Unsere Ursprungsidee war ein typischer Hippie-Bus. Ein Bett, eine kleine Küche und bestenfalls nur so alt, dass er noch eine Runde durch Australien durchsteht. Wir wollten von Perth Richtung Süden starten, dann gen Osten und an der Küste entlang Richtung Norden. Allerdings mussten wir feststellen, dass der erwartete Spätsommer im Süden bereits in einen recht ungemütlichen Herbst, mit 15 Grad, Regen und Wind übergegangen war. Demnach stand für uns schnell fest, dass wir die Route einfach umdrehen und in Richtung Norden starten werden. Dort locken Temperaturen um die 30 Grad, Sonne, Strand und vor allem viele Nationalparks, die diese Reise zu einem wirklichen Abenteuer im Outback werden lassen. Nun standen wir aber vor einem weiterem Problem, welches uns auch zum Umdenken in Bezug auf unser zukünftiges Gefährt und Zuhause brachte. Im Nordwesten und Norden Australiens kann man das echte Outback erleben. Abseits der befestigten Straßen hat man in vielen der zahlreichen Nationalparks jedoch keine Chance mit einem normalen Bus auch nur in die Nähe der geilen Spots zu kommen. Was wir also brauchten, war ein 4WD (Allrad). Bestenfalls so ’nen richtigen Offroader, womit man in Berlin niemals einen Parkplatz finden würde. 😉
Nur einen Tag später hatten wir bereits die erste Besichtigung. Das Gute Stück, ein Nissan, war von 1999, mit Rooftop Tent, kleinem Kühlschrank und vielen weiteren Extras. Leider klang der Motor ähnlich einer durchgeschüttelten Schraubenkisste und der letzte Werkstattbericht bestätigte, was der erster Eindruck zeigte. Die Entscheidung war schnell klar, aber es war für uns zwei BWLer, welche von Hause aus nicht ganz so bewandert sind, was die Bewertung eines Geländewagens angeht, eine gute erste Übung. Am Abend bemühten wir dann nochmal Google und erstellten eine detaillierte Checkliste mit allen Punkten, die es bei einer Autobesichtigung zu berücksichtigen gilt, denn bereits am nächsten Tag stand ein weiterer Besichtigungstermin an.
Wir schwangen uns auf die Räder und verknüpften den Termin mit einer großen Radtour. Der erste Stopp war in Cottlesloe, einer kleinen Stadt an einem wunderschönen Strand, welche circa 10 Kilometer vom Stadtkern in Perth entfernt liegt. Hier trafen wir uns mit Anna, welche ihren 2004er Mitsubishi Challenger zum Verkauf anbot. Wir holten also unsere Checkliste raus, hakten Punkt für Punkt ab, fuhren Probe und konnte am Zustand des Autos wirklich keinen Fehler finden. Einzig, dass weder ein Rooftop Tent auf, noch eine Bett im Auto war, bereitete uns noch etwas Kopfzerbrechen, denn ein halbes Jahr lang jeden Tag ein Zelt aufzubauen, sollte nicht die Lösung sein. Wir baten um eine halbe Stunde Bedenkzeit und beratschlagten uns. Wir stellten dann für uns kühn die Behauptung auf, dass wir selbst ein Bett einbauen könnten und das schon schaffen werden. Somit war es beschlossen, das Auto gehörte uns! Wir stießen am Strand noch mit einem Kaffee auf unseren Kauf an und hofften das Beste für allzeit gute Fahrt. Wie der Betteinbau sich dann tatsächlich gestaltete, könnt ihr im Beitrag „Exkurs – Autoumbau“ nachlesen.

Anna übergab uns unser neues zu Hause auf vier Rädern
Prost! Auf den Autokauf.

Unsere Fahrradtour führten wir anschließend natürlich noch fort und machten Halt an der Ausstellung „Sculpture by the Sea“ am Cottlesloe Beach. Dann fuhren wir in südliche Richtung die Küste entlang bis nach Fremantle. Eine wunderschöne Stadt mit viel Hipster-Charme, einem tollen Hafen und einer großartigen Brauerei. Unsere Radtour war mit etwas über 60km schlussendlich zwar von „gemütlich“ zu „wie lang müssen wir noch den Highway entlangfahren“ mutiert, aber alles halb so wild, bald haben wir ja ein Auto! 😉

Sculptures by the Sea
Von Cottlesloe nach Fremantle
Wir mit einer Horde Kakadus
Surfing Leighton Beach
Typisch Fremantle

Nach der Radtour hatten wir einen ersten Eindruck der Stadt, ihrer verschieden Gebiete und Facetten gewonnen. In Perth und Umgebung ist einfach alles „freundlich“. Die Menschen sind herzlich und hilfsbereit, die Parks sind familienfreundlich angelegt, alles ist durchdacht und aufgeräumt, überall gibt es Radwege und tausend Möglichkeiten die Stadt im Freien zu genießen, es ist das ganz Jahr Sommer, jeder hat gute Laune…es macht einfach Spaß in Perth zu sein. Deshalb nutzten wir zwischen Autoumbau und Organisationskram jede freie Minute um noch mehr von der Stadt zu erkunden.

Radeln am Ufer des Swan River
Jump. Jump.
Auf der Sonnenseite des Lebens
<3

 
Was uns ebenfalls sehr gut gefiel waren die Wochenmärkte, welche uns so an Berlin erinnerten. Es gab einen Tupperware-Stand, deutsches Brot, Gemüse vom Biobauern und die Leute musizierten gemeinsam. Auf einem dieser Märkte lernten wir auch Cornelius kennen. Nachdem wir uns bereits ein halbe Stunde auf Englisch unterhalten hatten, stellte sich heraus, dass auch er Deutscher war, jedoch bereits seit 19 Jahren in Australien lebt. Er war uns auf Anhieb sympathisch und auch er fand uns anscheinend nicht ganz verkehrt, denn er bot uns an, für einige Tage in seinem Gästezimmer zu wohnen. Augenscheinlich hatte er nicht nur ein Zimmer frei, sondern auch ein großes Herz für arme Reisende. 🙂 Durch sein Angebot hatten wir genügend Zeit, die letzten Einkäufe zu tätigen, das Auto final auszustatten und noch einen Sightseeing Tag in den Kings Park und Perth City zu unternehmen. Unser Dank sei ihm an dieser Stelle Gewiss!

Perth City
Im Kings Park
Ausblick vom Kings Park auf die Stadt
Gemeinschaftliches Musizieren auf dem Sonntagsmarkt
Danke, Cornelius!!!

Nun nach 15 Tagen bauen, einkaufen und leben in Perth heißt es Travel On und ab ins Outback!

Hier geht’s zur vollständigen Fotogalerie.

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